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Wie lernt Deutschland und Frankreich?

Unterschiede im Schulsystem zwischen Frankreich und Deutschland

Das Bildungssystem in Frankreich

Das französische Bildungssystem ist durch das Prinzip der Ganztagseinrichtungen gekennzeichnet und steht zu über 90 Prozent unter öffentlicher Verwaltung.
In Frankreich existiert eine flächendeckende Bildungspflicht. Dennoch werden bildungspflichtige Kinder und Jugendliche nicht gezwungen, eine schulische Einrichtung zu besuchen. Etwa 20.000 französische Kinder nehmen stattdessen unterschiedliche Arten des Hausunterrichts in Anspruch.
Die meisten Kinder besuchen zunächst die École maternelle, eine Art Vorschule. Sie bietet einen ganztägigen und kostenlosen Unterricht. Der Besuch ist freiwillig und unterliegt nicht der Bildungspflicht.
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Von Grundschule (École élémentaire) bis zum Abitur (Baccalauréat) in Frankreich

Die Grundschule (École élémentaire) dauert in Frankreich fünf Jahre. In der Regel sind Schulanfänger sechs Jahre alt. Von Beginn an wird eine Fremdsprache unterrichtet. Im Anschluss an die Grundschule besuchen die Kinder die Sekundarstufe I in Form des Collège. Nach vier Jahren leisten sie eine erste Abschlussprüfung. Danach können sie für drei Jahre die Sekundarstufe II, das Lycée besuchen, welche mit dem Abitur (Baccalauréat) abgeschlossen wird.
Schule Frankreich
In Bereich der akademischen Bildung existieren neben den im Angebot breit aufgestellten Universitäten auch spezialisierte Hochschulen, die sogenannten Grands Écoles. Sie zeichnen sich durch eine bessere Betreuung und eine geringere Anzahl von Studenten aus. Um zum Studium in einer Grand École zugelassen zu werden, müssen Abiturienten in der Regel spezielle Vorkurse besuchen.

Das Bildungssystem in Deutschland

Das deutsche Schulsystem ist sehr komplex. Es gibt kein einheitliches Bildungssystem, da Schulen in den Zuständigkeitsbereich der einzelnen Bundesländer fallen. Folgend ist die konkrete Ausgestaltung des Schulwesens den einzelnen Ländern überlassen und somit auch sehr vielfältig. In den Bundesländern selbst gibt es zwei Zuständigkeitsbereiche: Die thematische und personelle Verantwortung an den Schulen übernehmen die jeweiligen Kultusministerien. Wohingegen die kommunalen Schulträger für die Gebäude und Ausstattung zuständig sind.

Schulpflicht in Deutschland

Während es in Frankreich eine Bildungspflicht gibt, herrscht in Deutschland eine allgemeine Schulpflicht. Das bedeutet, der Besuch einer öffentlichen oder privaten Bildungseinrichtung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland Pflicht. Die Mindestbesuchsdauer der Schulen beträgt dabei abhängig vom Bundesland neun bis zwölf Jahre.
Insgesamt ist das Bildungssystem wie vieles in Deutschland nicht zentralistisch geregelt. Vielmehr gibt es in den einzelnen Bundesländern zum Teil sehr stark abweichende Bestimmungen. Das betrifft viele Punkte wie beispielsweise die Dauer der Grundschule (vier bzw. sechs Schuljahre), die Bildungspläne sowie die Lehrerausbildung. Teilweise ergeben sich dadurch Probleme, wenn es zu einem Umzug von einem in ein anderes Bundesland kommt.
Schüler in Deutschland beenden ihre Schullaufbahn für gewöhnlich mit Abschluss der Sekundarstufe 1 mit einem Haupt- oder Realschulabschluss oder nach Vollendung der Sekundarstufe 2 mit ein Hoch- oder Fachhochschulreife (Abitur). Danach folgt eine Berufsausbildung oder aber das Studium an einer Universität oder Fachhochschule.
In Deutschland gibt es eine Schulpflicht, die für alle Kinder gilt. Sie beginnt im Alter von fünf bis sieben Jahren. Die Kinder sind in den meisten Bundesländern gesetzlich verpflichtet, für neun Jahre die Schule zu besuchen. Ein Schuljahr dauert je nach Bundesland von August oder September bis Juni oder Juli.
Im Allgemeinen besuchen Kinder staatliche Schulen. Eltern müssen hierfür kein Schulgeld zahlen. Es fallen lediglich geringe Kosten für Kopien, Materialien oder Schulausflüge an. Für private Schulen muss jedoch Schulgeld gezahlt werden. Diese Schulen werden nicht von kommunalen Trägern, sondern von privaten Institutionen geleitet.
Das Bildungssystem ist in eine vertikale Struktur gegliedert und besteht aus folgenden fünf großen Bildungsbereichen:

  • Elementarstufe:

    Zur Elementarstufe zählen beispielsweise Kindergärten, Kindertagesstätten und Vorschulen. Der Besuch dieser Einrichtungen ist nicht verpflichtend. Dennoch sind sie mittlerweile ein wichtiger Teil der frühkindlichen Bildung geworden.

  • Primärstufe:

    Mit dem Beginn der Schulpflicht fängt für Kinder die erste sogenannte Primärstufe an. Sie beinhaltet den Besuch der Grundschule für gewöhnlich 4 Jahre. In manchen Bundesländern hingegen endet der Primärbereich erst nach dem 6. Schuljahr. Es folgt der Übergang von der Primär- zur Sekundarstufe. Hierfür geben die Grundschulen eine unverbindliche Empfehlung für die weiterführende Schulform ab.

  • Sekundarstufe I:

    Die Sekundarstufe I beinhaltet alle Schulformen bis zur 10. Klasse. Zu den klassischen weiterführenden Formen gehören die Hauptschule, Realschule und das Gymnasium. In manchen Bundesländern gibt es Gesamtschulen. Hier befindet sich die Hauptschule, Realschule und das Gymnasium in einem Haus. Das heißt, dass kein bestimmter Bildungsgang angestrebt wird, sondern die Schüler belegen unterschiedlich anspruchsvolle Fächer.
    Aber in allen Schulformen können Schüler am Ende der Sekundarstufe I einen allgemeinbildenden Schulabschluss erwerben. Je nach erworbenen Fähigkeiten und Abschluss dürfen die Schüler die zweite Sekundarstufe besuchen.

  • Sekundarstufe II:

    Mit dem Abschluss der ersten Sekundarstufe haben Schüler in der darauffolgenden Sekundarstufe II verschiedene Optionen. Sie können je nach Qualifikation eine allgemeinbildende Schule, berufliche Vollzeitschule sowie die Berufsausbildung im dualen System wählen.
    Eine Möglichkeit ist der Besuch der gymnasialen Oberstufe. Diese umfasst normalerweise circa drei Jahre. Einige Bundesländer verkürzen das Gymnasium um ein Jahr. Wird es jedoch um zwei Jahre verkürzt, dann gilt die 10. Klasse schon als Teil der Sekundarstufe II. Das Gymnasium schließt mit der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife ab.
    Eine andere Option ist eine duale Berufsausbildung nach dem Hauptschulabschluss, vorausgesetzt der Jugendliche hat eine Lehrstelle.
    Schüler mit Mittleren Schulabschluss haben mehr Möglichkeiten. Sie können beispielsweise eine duale oder eine vollzeitschulische Berufsausbildung absolvieren. Dies qualifiziert die Jugendlichen im Anschluss einen bestimmten Beruf auszuüben.

  • Förderschulen (Primärbereich, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II):

    Kinder die einen besonderen sonderpädagogischen Förderbedarf haben, können Schulen mit einem Förderschwerpunkt besuchen. Dort erhalten sie prinzipiell die gleichen Abschlüsse wie bei allen anderen Schulformen. An Stelle von Förderschulen gibt es zunehmend Integrationsschulen, da der Gedanke der Inklusion in der Gesellschaft immer wichtiger wird.

  • Tertiärstufe:

    Mit dem Erwerb der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife sind junge Menschen berechtigt Universitäten, Fachhochschulen und andere Hochschularten zu besuchen und einen akademischen Abschluss zu erreichen.

Die Unterschiede im Schulsystem zwischen Frankreich und Deutschland

Die Unterschiede zwischen den Schulsystemen Frankreichs und Deutschlands beginnen schon bei der Dauer eines Schultags. Daneben müssen sich französische Schüler schon vergleichsweise früh entscheiden, in welche berufliche Richtung es für sie später gehen soll. Eine Unterteilung ist Real-, Gesamt-, Hauptschule und Gymnasium wie in Deutschland gibt es zudem nicht.
Französische Schulen sind als Ganztagsschulen ausgelegt. Das bedeutet, dass der Unterricht zumindest in den höheren Klassenstufen in der Regel um 8 Uhr startet und bis 17 Uhr oder sogar 18 Uhr angesetzt ist. In Deutschland hängt es hingegen von der Art der Schule und der Klassenstufe ab, wie lange der Unterricht pro Tag dauert.
In Deutschland sind die jeweiligen Bundesländer für die genaue Ausgestaltung zuständig. Daher gibt es allein zwischen den einzelnen Ländern Unterschiede – etwa ob die Grundschule bis zur 4. oder 6. Klasse dauert. In Frankreich ist das Schulsystem dagegen zentral geregelt. Über 90 Prozent der Schulen sind dabei in öffentlicher Hand.

Schule in Frankreich: Von Vor- über Grundschule bis zum Collège

Das Bildungssystem in Frankreich beginnt bereits im Alter von zwei bis drei Jahren, wenn die Kinder in die „École maternelle“ gehen. Dies ist eine Art Vorschule, die zwar nicht verpflichtend ist, aber dennoch von einem Großteil der Kinder besucht wird. Sie entspricht in Deutschland dem Kindergarten, zeichnet sich allerdings durch eine stärkere Ausrichtung im Bildungssektor aus. Die École maternelle wird daher auch als Vorbereitung für die Grundschule angesehen.
In die französische Grundschule – der „l’école élémentaire“ – kommen Kinder im Alter von sechs Jahren. Somit beginnt die Schulausbildung in Frankreich im gleichen Alter wie in Deutschland. Allerdings dauert die Schulzeit fünf Jahre, während Kinder in Deutschland je nach Bundesland zwischen vier und sechs Jahre in die Grundschule gehen. Anschließend folgt in Deutschland die Sekundarstufe 1. Diese teilt sich überwiegend abhängig von den schulischen Leistungen in Haupt-, Real-, Gesamtschule und Gymnasium ein. Die Sekundarstufe 1 wird in Deutschland nach der zehnten Klasse mit dem Hauptschulabschluss oder der mittleren Reife beendet. Französische Schüler legen die Sekundarstufe 1 für vier Jahre am „Collège“ ab.

So läuft das Abitur in Frankreich und in Deutschland

In Deutschland können Schüler ihr Abitur machen, wenn sie zuvor die mittlere Reife bestanden haben. Die gymnasiale Oberstufe ist dabei für die Dauer von zwei bis drei Jahren zu besuchen. Hier legen sich Gymnasiasten auf bestimmte Fächer fest, die schwerpunktmäßig erlernt werden. Mit Ende der regulären Schulzeit von 12 bzw. 13 Jahren steht der Abschluss der allgemeinen Hochschulreife, mit der der Zugang zu Hochschulen möglich ist.
In Frankreich besteht die Möglichkeit, nach dem Collège für insgesamt drei Jahre ein „Lycée“ zu besuchen. Nach dem ersten Jahr müssen sich die Schüler wie in Deutschland auf bestimmte Fächer spezialisieren. Sie können dabei wählen, ob sie wissenschaftliches, literaturwissenschaftliches oder sozial- bzw. wirtschaftliches Abitur, das sogenannte „baccalauréat“, abschließen. Nach insgesamt 12 Jahren steht dann die Abiturprüfung an, die in Frankreich zentral geregelt ist. Das bedeutet, die entsprechenden Prüfungen finden landesweit zum gleichen Termin statt.

Die Unterschiede im Schulsystem zwischen Frankreich und Deutschland

Studieren in Frankreich

Studierenden wird in Frankreich ein breit aufgestelltes Hochschulprogramm geboten. Denn neben den staatlichen Universitäten können Franzosen unter anderem an diversen Fachhochschulen und speziellen Elite-Unis ihren Abschluss machen. Eine Zulassungsbeschränkung wie über den in Deutschland üblichen Numerus Clausus gibt es nicht. Auch die geringen Studiengebühren sind ein Vorteil des Studiums in Frankreich.

Verschiedene Möglichkeiten zum Studium in Frankreich

Wer in Frankreich studieren will, hat die Auswahl zwischen verschiedenen Hochschulen, die thematisch und auch in Bezug auf die Leistungen unterschiedliche Schwerpunkte legen. Neben den staatlichen Universitäten, den „Universités“, können Franzosen auch an einer „Grandes Écoles“ studieren. Zweitgenanntes entspricht einer Elite-Uni mit strengen Aufnahmeregeln und hohen Studiengebühren. Daneben stehen spezialisierte Fachhochschulen in verschiedenen Bereichen wie Soziales, Gesundheit, Wirtschaft und Ingenieurwesen als Ausbildungsort zur Verfügung.

Vorlesungen, Übungen, Prüfungen

Wie in Deutschland gibt es Vorlesungen, die sogenannten „cours magistraux“, denen bis zu 1.000 Studierende beiwohnen, und Seminare bzw. Übungen, den „travaux dirigés“ und „travaux pratiques“, die mit einer nur sehr begrenzten Teilnehmeranzahl stattfinden. Am Ende jedes Semester stehen Prüfungen an, die besonders in den ersten Studienjahren zu einer starken Selektion führen. Denn anders als in Deutschland sind die Studiengänge an den staatlichen Universitäten nicht durch einen Numerus Clausus zulassungsbeschränkt. Demzufolge kann jeder Abiturient ein Studium aufnehmen. Ob er diesem auch gewachsen ist, zeigen die Prüfungen. Dieses Verfahren hat zur Folge, dass die Durchfallquoten an den Universitäten vergleichsweise hoch sind.

Studieren in Frankreich: Unterschiedliche Abschlüsse möglich

In Frankreich können unterschiedliche Abschlüsse am Ende eines Studiums stehen. Die jeweiligen Zahlenangaben hinter den Abschlüssen zeigen dabei die Studiendauer an:

  • Licence (bac+3): vergleichbar mit dem Bachelor in Deutschland
  • Licence professionnelle (bac+3): praxisorientierter Abschluss; Dauer: ein Jahr, jedoch ist ein fachnahes zweijähriges abgeschlossenes Studium Pflicht; in Deutschland mit einem dualen Studium vergleichbar
  • Master recherche (bac+5): Forschungsorientierter Master
  • Master professionnelle (bac+5): Praxisorientierter Master
  • Doctorat (bac+8): vergleichbar mit dem deutschen Doktortitel, nur in Kombination mit dem Master recherche
  • Diplôme d´Etat: Abschluss hauptsächlich für Studierende im medizinischen Bereich

Darüber gibt es noch weitere Abschlüsse, etwa für Personen, die sich für eine Fachhochschule entschieden haben.

Studienbeginn und Studienkosten

Das Studium beginnt in Frankreich stets zum Wintersemester. Dieses startet in der Regel Mitte September bis Anfang Oktober und endet drei Monate später mit einer Prüfung. Viel vorlesungsfreie Zeit haben Studierende dann jedoch nicht, denn das Sommersemester schließt sich bereits im Januar an. Dieses läuft bis Anfang oder Ende Mai.
Studieren in Frankreich kostet wenig Geld, sofern man sich für eine der staatlichen Universitäten entscheidet. Für ein Bachelorstudienjahr zahlen Studenten unter 200 Euro, für einen Jahr Master studieren unter 250 Euro. An den Elite-Unis, die in privater Hand liegen, ist es hingegen teuer. Hier liegen die Kosten meist bei mehreren tausend Euro pro Studienjahr.

Ausländische Studierende in Frankreich

Aufgrund der geringen Studienkosten scheint ein Studium in Frankreich für ausländische Studierende interessant. Nicht zu vergessen sind jedoch die weiteren Kosten für Miete und Co., die insbesondere in Großstädten wie Paris hoch ausfallen können. Wer keinen internationalen Studiengang besucht, sollte zudem sehr gut französisch sprechen. Die Sprachkenntnisse müssen gegebenenfalls nachgewiesen werden. Da es keine Zulassungsbeschränkung gibt, können sich Interessierte direkt an der jeweiligen Universität bewerben. Nur für wenige Fächer und Orte gibt es einen anderen Weg, zum Beispiel für Medizin. Daher sollten sich potenzielle ausländische Studierende genau erkundigen, über welche Stelle die Bewerbung läuft. Auf der entsprechenden Webseite der Universität finden sich auch wichtige Informationen zu Bewerbungsfristen, notwendige Dokumente und Beginn des Studiums.

Studieren in Deutschland

Studenten in Deutschland profitieren von einem erstklassischen Bildungssystem. Dabei ist Studieren in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Industrienationen recht günstig. Denn die Studiengebühren beschränken sich häufig auf Abgaben für die Verwaltung, zudem sind die Lebenshaltungskosten in vielen deutschen Universitätsstädten sehr niedrig.

Voraussetzungen für ein Studium in Deutschland

Allgemein benötigt man für ein Studium in Deutschland – abhängig vom Studiengang – die sogenannte (Fach-)Hochschulreife oder einen äquivalenten, anerkannten Schulabschluss aus einem anderen Land. Gegebenenfalls kann auch eine abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung zum Studium berechtigen. Oftmals gibt es neben diesen Grundanforderungen aber weitere Zugangsvoraussetzungen. Die Hochschulen haben beispielsweise die Möglichkeit, über einen Numerus Clausus, also einen Mindest-Notendurchschnitt, oder andere Zulassungsverfahren, wie Motivationsschreiben oder spezielle Eingangstests, die Zahl der Bewerber, die zum Studium zugelassen werden, zu begrenzen. Die Bewerbung auf einige Studiengänge (Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie, usw.) erfolgt zudem nicht bei der jeweiligen Hochschule direkt, sondern über die Stiftung für Hochschulzulassung.
Wer als in- oder ausländischer Student ein Studium in Deutschland anstrebt, sollte sich daher rechtzeitig über die jeweiligen Bewerbungsverfahren und Zulassungsbeschränkungen informieren. Studierende, die aus einem Nicht-EU-Land nach Deutschland kommen, müssen sich zudem ggf. um ein Studienvisum bemühen.

Welche Abschlüsse gibt es beim Studium in Deutschland

Wer erst einmal an einer Universität angenommen wurde und sich eingeschrieben hat, arbeitet auf den späteren Studienabschluss hin. Der Bachelor ist inzwischen der verbreitetste Abschluss zusammen mit dem darauf aufbauenden Master. Einige Studiengänge schließen jedoch mit dem Diplom oder (obwohl kaum noch) dem Magister ab. Um den jeweiligen Abschluss zu erreichen, sind neben dem Besuch von Lehrveranstaltungen Prüfungsleistungen, ggf. Praxiserfahrungen und in der Regel eine Abschlussarbeit zu erbringen. Wann welche Anforderungen im Studium erbracht werden müssen, ist in der Prüfungsordnung des jeweiligen Studiengangs festgeschrieben.

Tipps für Erstsemester und Studierende aus dem Ausland

Insbesondere die ersten Wochen an der Universität stellen für viele Studienanfänger eine große Herausforderung dar. Im Gegensatz zur Schule heißt es nun, den Besuch von Lehrveranstaltungen selbst zu organisieren. Nicht selten verrennen sich einige Erstsemester dabei. Auch Studierende aus dem Ausland, die bereits in ihrer Heimat eine Universität besucht haben, werden vielleicht feststellen, dass an deutschen Hochschulen einige Dinge anders organisiert werden. Daher ist es empfehlenswert, die angebotenen Einführungsveranstaltungen zu Beginn jedes Semesters zu besuchen. Einige Fakultäten haben diese sogar inzwischen obligatorisch für die Studenten vorgesehen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.
Ausländische Studierende können zudem verschiedene Beratungsangebote in Anspruch nehmen, die über die Studienorganisation hinausgehen und zum Beispiel wertvolle Hilfestellungen bei notwendigen Behördengängen bieten.

Studieren in Österreich

Österreich ist eines der beliebtesten Studienland der deutschen Studenten. Grund dafür sind die Sprache und ein einfacher Hochschulzugang. In Österreich gibt es keinen Numerus Clausus, jeder kann studieren.
Das österreichische Hochschulsystem ist sehr ähnlich, als in Deutschland: der Bachelor dauert, ähnlich wie in Deutschland, drei Jahre lang, anschließend kann man auch 2-4 Semester lang Master studieren.
Österreich verfügt über 22 staatliche Universitäten und 12 Fachhochschulen:

  • Alpen-Adria Universität Klagenfurt
  • Universität für Weiterbildung Krems
  • Johannes Kepler Universität Linz
  • Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz
  • Universität Mozarteum Salzburg
  • Paris-Lodron-Universität Salzburg
  • Karl-Franzens-Universität Graz
  • Medizinische Universität Graz
  • Montanuniversität Leoben
  • Technische Universität Graz
  • Universität für Musik und darstellende Kunst Graz
  • Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
  • Medizinische Universität Innsbruck
  • Akademie der bildenden Künste Wien
  • Medizinische Universität Wien
  • Technische Universität Wien
  • Universität für angewandte Kunst Wien
  • Universität für Bodenkultur Wien
  • Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
  • Universität Wien „Alma Mater Rudolphina“
  • Veterinärmedizinische Universität Wien
  • Wirtschaftsuniversität Wien

Wer aber lieber von zu Hause studieren möchte, kann auch eine Fernuniversität besuchen. Eine Liste der Fernuniversität-Anbieter finden Sie hier:
http://www.finanzer.at/fernstudium-in-oesterreich-anbieter-kosten/

Schulabschlüsse in Frankreich und Deutschland

In Frankreich und in Deutschland sind verschiedene Schulabschlüsse möglich. Dabei steht französischen Schülern nach neun Schuljahren ein breites Spektrum von möglichen Abschlüssen zur Verfügung. In Deutschland können die Schulabschlüsse an einer Hand abgezählt werden.

5 Schulabschlüsse in Deutschland

In Deutschland gibt es im Wesentlichen fünf mögliche Schulabschlüsse: den Hauptschul-, qualifizierten Hauptschul- sowie mittleren Bildungsabschluss, Fachabitur und allgemeine Hochschulreife bzw. Abitur. Der Hauptschulabschluss ist dabei der niedrigste mögliche Abschluss. Er ist Voraussetzung für den Zugang zum sogenannten dualen Ausbildungssystem, in dem ehemalige Schüler zwischen zwei und dreieinhalb Jahr sowohl im Betrieb als auch in einer Berufsschule ausgebildet werden können.

Vom Hauptschulabschluss bis zur allgemeinen Hochschulreife

Je nach Bundesland besteht die Möglichkeit, auch einen qualifizierten Hauptschulabschluss in Deutschland zu machen. Mit diesem bestehen bessere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. Doch erst mit dem mittleren Bildungsabschluss ist es in den meisten Bundesländern möglich, einen höheren Schulabschluss anzustreben. Der Abschluss hat allerdings verschiedene Bezeichnungen. In Niedersachsen läuft er unter dem Namen Sekundarabschluss I, in Berlin und Saarland unter mittlerer Schulabschluss, in Rheinland-Pfalz unter qualifizierter Sekundarabschluss, in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg unter Fachoberschulreife, in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern unter mittlere Reife und im Rest Deutschlands unter Realschulabschluss.

Fachabitur und Abitur

Den Zugang zu einer Hochschule erwerben die Deutschen mit dem Fachabitur und dem Abitur. Das Fachabitur kann sich dabei unterteilen in die fachgebundene Hochschulreife, die dazu berechtigt, bestimmte Fächer an einer Universität, Fachhochschule oder technischen Hochschule zu studieren, und Fachhochschulreife. Mit dieser ist lediglich das Studium an einer Fachhochschule möglich. Das Abitur bzw. die allgemeine Hochschulreife ist der höchste mögliche Abschluss in Deutschland. Mit ihm steht der Weg zum Studium an einer Universität oder Hochschule offen.

Schulabschlüsse in Frankreich

Der in Frankreich geringste Schulabschluss ist der Diplôme national du brevet. Mit diesem endet nach vier Jahren der Besuch des Collége. Anschließend können die Schüler ein Lycée (Gymnasium) besuchen, um dort ihr Abitur zu machen, oder sich auf einen berufsbildenden Abschluss konzentrieren. Hierbei wird in Frankreich zwischen dem CAP (Certificat d’aptitude professionnelle) bzw. CAPA für den Bereich der Landwirtschaft sowie Lebensmittelherstellung und dem BEP (Brevet d’études professionnelles) unterschieden. Beide Abschlüsse können entweder im Zuge einer dualen Berufsausbildung oder an einem beruflichen Gymnasium (Lycée professionell) absolviert werden.

Französisches Abitur mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Mit beiden Abschlüssen ist der Start ins Berufsleben möglich. Eine andere Alternative stellt der einjährige Besuch eines Gymnasiums dar, um das Baccalauréat professionnel zu erreichen (berufliche Hochschulreife). Die allgemeine Hochschulreife (Baccalauréat général) erhalten die Franzosen nach drei Jahren Schulbesuch an einem Gymnasium, wobei sich die Schüler zwischen einem literarisch, wirtschaftlich oder wissenschaftlich orientierten Abschluss entscheiden müssen. Beide Hochschulreifen (beruflich und allgemein) berechtigen zum Besuch einer Universität bzw. je nach Spezialisierungsgrad während des Abiturs zum Besuch an einer entsprechenden Hochschule.
Daneben gibt es noch die Möglichkeit, an einem Lycée den Abschluss Baccalauréat technologique zu machen, der der deutschen Fachhochschulreife nahekommt. Hierbei werden französischen Schülern verschiedene Schwerpunkte geboten wie Industrie, Labor und Musik-/Tanzwissenschaft.

Lehrerausbildung in Deutschland und Frankreich

Der Beruf Lehrer ist noch immer für viele junge Menschen erstrebenswert. Schließlich hilft man nicht nur Kindern und Jugendlichen bei ihrer Entwicklung – als Lehrer hat man in der Regel auch eine sehr sichere berufliche Zukunft. Die Lehrerausbildung in Deutschland und Frankreich weist dabei einige Unterschiede auf. Insbesondere wer als Deutscher eine Lehrerlaufbahn in Frankreich oder als Franzose in Deutschland vorbereiten will, sollte sich im Vorfeld mit diesen Unterschieden vertraut machen.

Lehrerausbildung in Deutschland

Wer in Deutschland Lehrer oder Lehrerin werden möchte, sollte wissen, dass es in der Ausbildung zwischen den verschiedenen Bundesländern keine einheitliche Regelung gibt. Das bedeutet, dass ein Lehrer gegebenenfalls bei einem Umzug in ein anderes Bundesland überprüfen muss, ob der bisherige Abschluss anerkannt ist oder ergänzende Weiterbildungen notwendig sind. Zudem ist die Lehrerausbildung in Deutschland in die verschiedenen Schulstufen Primär (Grundschule), Sekundar 1 und 2 sowie berufliche Bildung und Sonderpädagogik gegliedert. Wer also irgendwann Erstklässler unterrichten will, sollte sich schon im Studium für die Grundschulpädagogik entscheiden. Im Gegenzug benötigt ein Gymnasiallehrer ein Lehramtsstudium mit einer Regelstudienzeit von sechs Semestern im Bachelor und zwei Semester im Master sowie schulpraktische Studien.
Das erste Staatsexamen beschließt dabei die universitäre Ausbildung zum Lehrer, während das zweite Staatsexamen nach dem Vorbereitungsdienst bzw. dem Referendariat zum Berufsabschluss Lehrer führt. Allerdings gibt es hierbei auch Ausnahmen. Insbesondere in Bundesländern mit Lehrermangel ist teilweise auch eine Laufbahn als Lehrer bzw. Hilfslehrer über einen Quer- oder Seiteneinstieg möglich. Für diese Lehrer ist der Wechsel des Wohn- und Arbeitsorts in ein anderes Bundesland allerdings nochmals schwieriger.

Lehrerausbildung in Frankreich

Während es in Deutschland üblich ist, dass ein Lehrer zwei bis drei Fächer unterrichtet, konzentrieren sich Lehrer in Frankreich auf ein Fach. Dazu studieren sie fünf Jahre bis zum Erwerb des Master 2. Anschließend erlangen sie in der Prüfung zum Certificat d’aptitude au Professorat de l’Enseignement du Second degré (CAPES) die Berechtigung zur Ausübung des Lehramts. Die Vorbereitungen zum CAPES können bereits ab dem Master 1 begonnen werden. Jedoch gibt es seit 2010 die Regelung, dass der CAPES ohne den bestandenen Master 2 nicht vergeben wird.
Die Prüfung zum CAPES ist dabei allerdings in jedem Jahr unterschiedlich schwierig, da je nach Bedarf unterschiedlich viele Arbeitsplätze vergeben werden. Werden also nur sehr wenige Lehrer benötigt, erhalten auch nur entsprechend viele Aspiranten das CAPES. Auch danach erhalten die Junglehrer nicht sofort eine Festanstellung, sondern wandern in der Regel jedes Jahr von Schule zu Schule. Erst mit einer Planstelle verbleiben die Lehrer an einer Schule.

Fokus-Programm des Deutsch-Französischen Jugendwerks

Seit Anfang 2014 gibt es mit dem Förderprogramm „Fokus“ eine Möglichkeit, gemeinsame Projekte zwischen Schulen und Vereinen aus Deutschland und Frankreich fördern zu lassen. Der Träger, das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), will damit „den aktuellen Entwicklungen der Bildungspolitik in Frankreich und Deutschland Rechnung tragen.“

Interkulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich fördern

Das Fokus-Programm des DFJW richtet sich an Vereine und Schulen, die eine interkulturellen Partnerschaft eingehen und gemeinsam entwickelte Projekte mit Jugendlichen durchführen. Hintergrund ist, dass vor allem an Ganztagsschulen die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen ein wesentlicher Faktor ist. Besonders Projekte, die sich mit den Kernthemen des DFJW auseinandersetzen, haben eine große Chance gefördert zu werden. Dazu zählen beispielsweise die Themen „Europa und europäische Identität für alle“ und „Engagement“. Ziel der Zusammenarbeit ist nicht nur, Wissen zu teilen, sondern auch ein gegenseitiger Kompetenztransfer.

Schulen und Vereine kommen zusammen

Die über Fokus geförderten Projekte können unterschiedlicher Natur sein. So können die Teilnehmer zusammen mit einem Experten ein deutsch-französisches Musical erarbeiten und aufführen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, im Rahmen einer schulischen Projektwoche Inhalte zum Thema „Sport und Sprache“ zu erarbeiten. Im Konkreten gab es beispielsweise bereits eine geförderte Kooperation zwischen den Schulen aus Bechtheim und Saint-Romain sowie dem Verein Association de Recherches et d’Etudes d’Histoire Rurale de Saint-Romain im Zuge des 50. Jahrestags der Städtepartnerschaft.

Voraussetzungen für Fokus-Programm

Wichtig ist bei allen Projekten, dass sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. So muss es sich dabei um eine sogenannte Drittortbegegnung handeln. Das bedeutet, die Teilnehmer treffen sich an einem anderen Ort als in der Schule oder im Verein. Zusätzlich müssen die Jugendlichen in einer gemeinsamen Unterkunft untergebracht werden. Zudem legt das DFJW Wert darauf, dass das Projekt zusammen von den Partnern erarbeitet wird. Ebenfalls relevant: „Aspekte des Erlernens der Partnersprache und des interkulturellen Lernens sollten sich im Programm wieder finden“, so das Deutsch-Französische Jugendwerk. Eingereicht werden müssen die Anträge spätestens zwei Monate vor Projektbeginn, wobei mindestens ein Partner aus dem jeweils anderen Land kommen muss.

Über das DFJW

Das Deutsch-Französische Jugendwerk existiert bereits seit dem Jahr 1963. Es soll „die Verbindung zwischen jungen Menschen in Deutschland und Frankreich ausbauen und ihr Verständnis füreinander vertiefen“, erklärt die Organisation. Sie hat ihren Sitz in Paris, ein weiterer Standort befindet sich in Berlin. Menschen im Alter zwischen drei und dreißig Jahren haben durch den deutsch-französischen Austausch die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse zu erweitern, das Land kennenzulernen und auch ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.